Roma Center bei der Göttinger Kulturenmesse

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 Roma Center bei der Göttinger Kulturenmesse

Am 21. Mai fand auf dem Göttinger Wochenmarktplatz die diesjährige Kulturenmesse statt. Das Roma Center Göttingen teilte sich einen Informationsstand mit dem Entwicklungspolitischen

Informationszentrum Göttingen. Wir informierten die Besucher_innen über unsere Arbeit und präsentierten unsere Publikationen.

Für das Roma Antidiscrimination Network führten wir mit den Besucher_innen der Messe eine  Aktion durch, bei der die Teilnehmenden ihre Kenntnisse zu Roma in Europa oder die Situation abgeschobener Roma in den ex-jugoslawischen Ländern auf die Probe stellen konnten. Aus den Ergebnissen entwickeln wir einen Videoclip für RAN.

Viele weitere Migrantenselbstorganisationen und Vereine aus Göttingen und Umgebung präsentierten ihre kulturelle oder politische Arbeit, Unterstützungsmöglichkeiten und Projekte. Zudem wurde ein reichhaltiges kulturelles Programm geboten: Einige Vereine bereiteten Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern zu oder präsentierten ihr Kunsthandwerk. Auf und vor der Bühne traten Musiker_innen und Tänzer_innen aus Lateinamerika, Asien, Afrika und Europa auf.

Die Kulturenmesse bot nicht nur einen Raum, um die kulturelle Vielfalt der Stadt zu feiern. Bei der Eröffnungsrede durch den Integrationsrat wurde betont, dass die Messe auch gegen Ausgrenzung und Rassismus stehe. Zudem wurde an die Göttinger_innen mit Migrationserfahrung appelliert, sich am 18. Juni 2017 an der Wahl zum Integrationsrat zu beteiligen. Der Integrationsrat bietet, zumindest in kleinem Rahmen, bei anderen Wahlen nicht wahlberechtigten Ausländer_innen die Möglichkeit der politischen Mitbestimmung. Am 8. Juni findet um 19h eine Infoveranstaltung zur Wahl im Neuen Rathaus statt. Neben Zielen und Aufgaben des Integrationsrates werden dort auch die Kandidat_innen, die zur Wahl stehen, vorgestellt.

Viele Menschen, die aus anderen Ländern hierher migrierten, haben dies getan, weil sie in ihren Herkunftsländern nicht mehr leben konnten. Entsprechend steht das Thema de/zentrale Unterbringung der Geflüchteten in Göttingen nach wie vor auf der Tagesordnung. Oberbürgermeister Köhler merkte in seiner Rede an, sein Ziel sei es nicht, die Flüchtlingsunterkünfte zu erhalten, „sondern dass die Menschen in einem vernünftigen Verfahren hier in Göttingen sofort aufgenommen werden“. Wie dies konkret auszusehen hat und wen genau dies betreffen soll, erwähnte er nicht. Gilt diese herzliche Aufnahme auch die geflüchteten Menschen, deren Herkunftsstaaten entgegen der Realität als „sicher“ eingestuft wurden? Vermutlich nicht, denn nur zwei Tage zuvor wurde der Göttinger Rom Gani Rama ins Kosovo abgeschoben, wo er einer ungewissen Zukunft entgegen sieht.

 

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