Remember the past – shaping the future

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2. August in Auschwitz

Während der dritten internationalen Jugendbegegning des Projektes “Vergangenheit verstehen – Zukunft gestallten” war unsere Gruppe am 2. August  in Auschwitz um dort an der Jährlichen Gedenkzeremonie für die in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma teilzunehmen.

An diesem heißen sonnigen Sommertag ist es unvorstellbar, was hier vor 68 Jahren abspelte. Dieser Tag war der grausame Höhepunkt vorrangegangener systematischer Ausgrenzung, Verschleppung und Versklavung der Roma und Sinti. Ganze Familien wurden nach Himmlers „Auschwitz-Erlass“ in den „Zigeunerlager“ genannten Teil des Vernichtungslagers deportiert, wo sie neben Zwangsarbeit, schlechte hygienische Bedingungen, Krankheit und Mangelernährung auch durch die menschenverachtenden Experimente des KZ-Arztes Josef Mengele umkamen. Nur die etwa 3000 letzten überlebenden w

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2. August in Auschwitz

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2. August in Auschwitz mit Zoni Weisz Überlebender des Holocaust

urden an diesem Tag in den Gaskammern ermordet. Insgesamt wird von etwa 500.000 Umgebrachten Roma ausgegangen.

Vor ort waren auch einige überlebende Zeitzeugen und es gab gelegenheiten für Gespräche mit dem Genozidüberlebenden Zoni Weisz sowie dem Präsidenten des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma, Romani Rose. Im Anschluss an die Gedenkzeremonie gab es noch eine geführte Besichtigung des Auschwitzmuseums. Die Jugendlichen, die bereits knapp ein Jahr zuvor Bergen Belsen besucht hatten waren schockiert über die unerwartete dimension des Vernichtungslagers.

Das Projekt “Vergangenheit verstehen – Zukunft gestallten” wird gefördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.



 

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Ukraine

Das 2. internationale Treffen des EUROPEAN ROMA MOVEMENT fand Anfang Juni in der Ukraine statt. Junge Roma aus Spanien, Deutschland, Rumänien, Ukraine und Moldawien kamen dort zusammen um sich über die Geschichte der Roma und ihre gegenwärtige Situation in Europa zu informieren und auszutauschen.

Nach wie vor wissen viele Jugendliche kaum über die Ermordung und Verfolgung der Roma insbesondere durch die Nationalsozialisten Bescheid und nach wie vor werden Roma vieler Orts durch Vorurteile an den Rand der Gesellschaft abgedrängt. Insbesondere die Geschichte der Ukrainischen Roma und der Transnistriaregion kennt heute kaum noch jemand.

Allein in Simferopol, der Stadt unseres Treffens, kamen 800 Roma ums Leben als während der Nationalsozialistischen Besatzung dort in einem der größten Kriegsmassaker über 22.000 Bewohner der Stadt aus rassistischen Gründen von deutschen Einsatztruppen ermordet wurden.

In der Ukraine sind Roma so gut wie nicht in Gesellschaft oder Politik sichtbar. Sie leben zurückgezogen und werden in der Öffentlichkeit nur in “traditionellen Berufen” geduldet, in die sie durch die gesellschaftliche Ausgrenzung beschränkt werden. Offizielle Zählungen geben 50.000 Roma in der Ukraine an. Dabei leben in der Ukraine nach Schätzungen fast bis zu einer halben Million Roma, insbesondere im Süden des Landes.

Deshalb waren wir zusammen in der City von Simferopol, um dort eine Straßenaktion durchzuführen zur Stärkung des Bewusstseins der ukrainischen Bürger gegenüber der Geschichte und Situation der Roma in Europa und für eine öffentliche Wahrnehmung der Roma in der Ukraine. Viele der Passanten waren zunächst verwirrt und erschrocken über unsere Aktion und das selbstsichere Auftreten von Roma aus verschiedenen Ländern in ihrer Stadt. Ein zuvor gemeinsam entwickelter und ins Russische übersetzter Flyer wurde an Passanten verteilt. Mit der Bevölkerung wurden auch Interviews geführt über die Lage der Roma in der Ukraine und ihrer Diskriminierung.

Bei den verschiedenen Workshops in denen die einzelnen Gruppen auch ihre Aktivitäten, Projekte und Kampagnen vorstellten wurde deutlich, dass wir in den verschiedenen Ländern ähnliche Probleme haben und viel voneinander lernen können durch die unterschiedlichen Strategien, die in den verschiedenen Ländern entwickelt wurden.

Die gemeinsame Arbeit an der Webseite www.europeanromamovement.org war ein Bestandteil des Treffens. So konnten wir aktuelle Vertreibungs- und Isolationsaktionen der rumänischen Regierung gegenüber den dort lebenden Roma gemeinsam besprechen und sogleich einen Artikel über diese Vorfälle einschließlich Video auf der Seite veröffentlichen.

Das nächste Treffen, das Anfang August in Polen stattfinden soll wurde bereits gemeinsam geplant. Dort wollen wir eine Zeremonie gestalten, um am 2. August, dem Jahrestag der schließung des sogenannten “Zigeunerlagers” in Auschwitz und der Ermordung eines Großteils der bis dahin überlebenden Roma und Sinti, dem Genozid an den Roma und Sinti in Europa zu gedenken. Bemerkenswerte war vor diesem Hintergrund noch, dass von allen europäischen Ländern neben Polen nur die Ukraine diesen Gedenktag bis jetzt offiziell anerkannt hat.

Der Flyer mit den sich öffnenden Türen wurde von den Teilnehmern gemeinsam entwickelt, ins Russische (offizielle Sprache in der Krimregion neben Ukrainisch) übersetzt und gedruckt. Bei der Straßenaktion in Simferopol wurde der Flyer von den Passanten gerne angenommen und mit Interesse gelesen. Einige der Passanten waren daraufhin neugierig und fragten nach, oder ließen sich von uns interviewen.

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Jugendliche aus Serbien, Spanien, Moldawien, Rumänien, Ukraine und Deutschland zu Gast in Hannover (24.10-31.10.2011)Ende Oktober war es endlich so weit! Jugendliche aus sechs verschiedenen Ländern (Serbien, Spanien, Moldawien, Rumänien, Ukraine und Deutschland) haben sich in Hannover getroffen, um gemeinsam während des Roma Center Göttingen e.V. Projektes Understand the past – shaping the future die Geschichte und gegenwärtige Situation der Roma in Europa zu untersuchen. Viele der Teilnehmer sind selber Roma. Zu dem Programm gehörte neben verschiedenen Workshops und Vorträgen zu Themen wie Menschenrechte, Medien und Romageschichte auch ein Besuch der Gedenkstätte Bergen Belsen und ein Gespräch mit dem auschwitzüberlebenden Sinto Franz Rosenbach.

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mit FRANZ ROSENBACH

HERR FRANZ ROSENBACH Er war bei uns zu Gast und hat über seine Erfahrungen als junger Sinto in Österreich unter der Naziherrschaft und sein Überleben von Auschwitz gesprochenViele der Jugendlichen haben von diesen Ereignissen unter der Herrschaft der Nationalsozialisten in Europe zum ersten Mal erfahren und waren sehr entsetzt aber auch interessiert. Ohne Ausnahme erklärten alle nach Ende des Treffens, dass es für sie sehr wichtig war diese Orte zu sehen und mit überlebenden und Sachverständigen zu sprechen und, dass sie in ihren Heimatländern mit ihrer Familie, Freunden und Kollegen über das sprechen möchten, was sie hier gelernt hatten. Es ist wichtig, dass alle darüber wissen und dann sehen, wie Roma heute noch diskriminiert werden. Wir alle müssen Acht geben, wo es Entwicklungen gibt, die wieder zu derartigen Deeskalationen der Gewalt und des Mordens an Roma führen könnten und müssen präsent sein um allen zu zeigen, wer die echten Roma Abseits aller Vorurteile und rechtsextremer Propaganda sind.
BESUCH IN BERGEN BELSEN Für alle ausländische Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie über diese Geschichte etwas erfahren haben und sogar Originalschauplätze besuchen konnten.

Dies haben wir gleich in die Tat umgesetzt bei einem Aktionstag in der Innenstadt von Hannover, wo wir mit Musik, Tanz und Theater sowie verschiedenen Redebeiträgen unserer internationalen Gäste dem Fußgängerpublikum eine interessante Abwechslung sowie Informationen und Begegnungsgelegenheiten bieten wollten. Neben der Abschiebegefahr für Geduldeten Roma in Deutschland und der Kampagne alle bleiben! waren auch die unterschiedlichen Situationen und Hintergründe von Roma in Ländern Thema. Anschließend ging es gemeinsam zum niedersächsischen Landtag, wo wir mit Politikern sprechen konnten und unser Forderungenpapier abgeben haben.

AKTIONS TAG! Staßentheater, Musik und Vorträge der internationalen Teilnehmer in der Innenstadt von Hannover

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Staßentheater, Musik und Vorträge der internationalen Teilnehmer in der Innenstadt von Hannover

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Staßentheater, Musik und Vorträge der internationalen Teilnehmer in der Innenstadt von Hannover

Dies sollte aber erst der Anfang gewesen sein! Es sind mit den selben Teilnehmern noch zwei weitere Treffen in der Ukraine und in Polen geplant und es wurde spontan die Gruppe European Roma Movement gegründet, um unsere weitere Aktivität über das Projekt hinaus zu vernetzen und zu koordinieren. Roma werden europaweit diskriminiert und daher ist es nötig, dass wir uns auch europaweit organisieren um uns für unsere Interessen einzusetzen!

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BESUCH IM NIEDERSÄCHSISCHEN LANDTAG Dort gab es Gelegenheit mit Politikern zu sprechen und ein erarbeitetes Papier mit unseren Forderungen abzugeben.

Unter den Teilnehmern waren auch einige StudentInnen des Journalismus, die prompt nach ihrer Rückkehr Artikel über diese Themen und ihre Erfahrungen in Verschiedenen Medien veröffentlichten. Auch von uns soll in einigen Monaten ein Video über das Treffen erscheinen.

Sar simas me po seminaro ando Hannover, Germania (Bericht der Teilnehmerin Alunica Lepadatu aus Rumänien auf Romanes)

Video über unser Projekt in Hannover in den Rumänischen Nachrichten

Germanii din Hanovra dansează după cum le cântă romii (01.11.2011 radiofrance internationale Romania)

Reportaj RFI: Lagărul morţii de la Bergen-Belsen (04.11.2011 radiofrance internationale Romania)

Das Projekt Understand the past – shaping the future wird gefördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“JUGEND IN AKTION

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Kommentar

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