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Wir fordern: alle bleiben! Seit Mitte 2009 hat Deutschland verstärkt damit
begonnen, zuvor langjährig geduldete 650 Jahre friedliche Roma-Kultur im Kosovo wurden im Zuge der Auseinandersetzungen in den 1990er Jahren durch Brandschatzung und Vertreibung zerstört. Von den vormals 150.000 Roma im Kosovo verließen daraufhin 120.000 ihre Heimat und flüchteten in europäische Länder, um dort nach Schutz zu suchen. Zehntausende von ihnen wurden zu Binnenflüchtlingen, größtenteils in Serbien und Montenegro. Was erwartet abgeschobene Roma?
Rückkehrer und Binnenflüchtlinge leben im Kosovo, Serbien und Montenegro ausgegrenzt vom Rest der Gesellschaft, oft in Baracken ohne fließendes Wasser oder Heizung. Die Siedlungen liegen teilweise direkt auf Müllkippen oder mit Chemikalien verseuchtem Boden und können von den Bewohnern nicht gefahrlos verlassen werden. Die Roma werden im Kosovo zum einen aus rassistischen Motiven diskriminiert. Zum anderen wirft man ihnen verallgemeinernd vor, den Serben bei der Ermordung und Vertreibung der Albaner geholfen zu haben. Diese Diskriminierung durchdringt alle Bereiche des Lebens. Roma haben fast keine Chance auf eine geregelte Arbeitsstelle. Viele von ihnen, auch Kinder und Jugendliche, müssen daher Müll sammeln gehen um zu überleben. Kinder werden entweder aufgrund von fehlenden Papieren, deren Ausstellung blockiert wird, erst gar nicht eingeschult. In anderen Fällen schicken ihre Eltern sie nicht zur Schule, um sie so vor Schikane und Diskriminierung durch Kinder und Lehrer zu schützen oder weil sie auf die Arbeitseinkünfte der Kinder angewiesen sind. Die wenigen, die zur Schule gehen dürfen, klagen oft über fast tägliche Prügel und Beleidigungen auf Grund ihrer Minderheitenzugehörigkeit. Viele werden in separaten Klassen, als Minderbegabte abgestempelt, unterrichtet. Auch der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit werden Roma öfters verweigert oder zumindest erschwert. Hinzu kommt, dass sich, verursacht durch die hohe Arbeitslosigkeit unter Roma von fast 100%, kaum jemand einen Arztbesuch und verschriebenen Medikamente leisten kann. In Deutschland harmlose Erkrankungen werden so im Kosovo zur Schuldenfalle oder sogar zur Lebensgefahr. Wenn man alle diese Umstände berücksichtigt, wird es verständlich, dass viele Roma, die in Deutschland leben, große Furcht davor haben, abgeschoben zu werden und alles dafür tun würden, hier zu bleiben. Es gab sogar Fälle, in denen ganze Familien in die Illegalität abgetaucht sind, um so einer Abschiebung zu entgehen. Sie zogen also ein Leben in Deutschland ohne jede Rechte und voller Unsicherheit ein Leben im Kosovo vor, weil sie wissen, dass sie dort noch schlimmeres erwartet. In der Zeit vom 22.bis 29.03.2010 hatte ein vierköpfiges Team von Mitgliedern des Roma Centers Göttingen e.V. und Amaro Drom e.V. die Gelegenheit, für eine Woche in den Kosovo zu reisen und sich dort über die Situation der dort lebenden bzw. der dorthin abgeschobenen Roma zu vergewissern. Diese Reise bestätigte, dass die katastrophalen Bedingungen anhalten und Hilfsprojekte so gut wie nie bei denen ankommen, die ihrer bedürfen.
Eine Verbesserung der Lage ist nicht in Sicht! Unabhängige Beobachter, wie UNHCR oder der EU-Menschenrechtskommissar, schätzen die Situation der Roma im Kosovo übereinstimmend als sehr kritisch ein und haben mehrfach an die Bundesregierung appelliert, die Abschiebungen zu stoppen. Das UNHCR hat auch betont, dass Serbien keine Alternative für Kosovo-Roma darstellt. Sogar Vertreter der kosovarischen Regierung weisen auf die miserable Situation der Roma hin, die sich angesichts der zu erwartenden Zwangsrückkehrer noch verschärfen würde. Dieser Zustand ist, besonders vor dem Hintergrund der Verfolgung und Ermordung der Roma im Nazi-Regime, unerträglich! Ein sensiblerer Umgang mit den Angehörigen dieser Minderheit sollte selbstverständlich sein! Es muss endlich ein echtes Bleiberecht geben, das Roma in Deutschland die uneingeschränkte Teilhabe in der Gesellschaft ermöglicht. In ganz Deutschland gibt es Organisationen, die das Bleiberecht für Roma in Deutschland durchsetzen wollen und hierfür unter dem Motto „alle bleiben!“ bundesweit zusammenarbeiten. Um gesellschaftlich wirksam aktiv werden und unser Anliegen zur Innenministerkonferenz am 18. und 19. November in Hamburg vortragen zu können, brauchen wir auch Eure Unterstützung, als Organisation oder als Einzelpersonen. alle bleiben! wird bis jetzt schon unterstützt oder gefördert von:
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abderen ... |
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