Gedenkveranstaltung am 2. August 2015 in Hamburg Neuengamme

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Gedenkveranstaltung am 2. August 2015 in Hamburg Neuengamme

In der Nacht vom 02. auf den 03. August 1944 wurden nahezu 3000 Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Am 02. August 2015 organisierte „Romano Jekhipe e.V.“ (Hamburg) in Kooperation mit Bundes Roma Verband den Initiativen „Alle Bleiben!“ (Göttingen), „Roma-Art-Action“ (Essen) und RAN (Roma Antidiscrimination Network) eine Gedenkveranstaltung, Der Jahrestag des Verbrechens wurde zum Anlass genommen, die Gedenkstätte Neuengamme zu besuchen, um auf die historische Verantwortung, aber auch auf die aktuelle Situation von Roma aufmerksam zu machen und ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und für ein humanitäres Bleiberecht von Roma zu setzen.

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Zu der Gedenkveranstaltung versammelten sich ca. 90 von Abschiebung bedrohte Roma Familien und Sympathisanten im KZ Neugamme und bekamen vor Ort eine Führung durch das ehemalige Konzentrationslager der Nazis. Nach der Führung legten die Besucher symbolisch als Zeichen der Hoffnung weiße Rosen an der Gedenkstätte für die ermordeten Roma nieder und sendeten eine Botschaft gegen den Rückfall in den Faschismus und die Barbarei.
Ein Höhepunkt der Zeremonie war die herzergreifende Rede des Eh rengastes Peggy Parnass, die mit ihrer warmen, offenen Art an Gemeinsamkeiten zwischen den Völkern der Roma und der Juden erinnert hat. Parnass sprach sich gegen Diskriminierung und Rassismus aus und für internationale Solidarität im Kampf um Minderheitenrechte. Wichtig sei der Zusammenhalt von Roma und Sinti, um gemeinsam gegen Vorurteile und Benachteiligungen zu kämpfen.

In Neuengamme befand sich das größte Konzentrationslager Norddeutschlands. Ursprünglich war das Lager vor allem zur Inhaftierung politischer Regimegegner errichtet worden. Ab 1937 wurden zehntausende aus allen besetzten Gebieten Europas auch nach Neuengamme deportiert. Zu diesen Häftlingen gehörten auch Sinti und Roma. Insgesamt betrug der Anteil nicht deutscher Häftlinge über 90 Prozent. Mehr als die Hälfte von ihnen kamen aus Ost- und Mittelosteuropa.
In der Gedenkstätte haben bereits in den 80er Jahren Roma und Sinti für Asyl und Bleiberecht demonstriert. Am 29.08.1989 besetzten mehrere hundert Roma das Gelände, um gegen die geplante Abschiebung von 1000 osteuropäischen Roma zu demonstrieren. Am 2.10.1989 räumte die Polizei das Gelände. Nach langen Verhandlungen mit dem Hamburger Senat wurde der Mehrheit der Demonstranten ein Bleiberecht zugestanden.

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