Filmvorführung und Ausstellungseröffnung zur Situation abgeschobener Roma in den Westbalkanstaaten in der VHS Celle

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Filmvorführung und Ausstellungseröffnung zur Situation abgeschobener Roma in den Westbalkanstaaten in der VHS Celle
Etwa 25 Personen sind zu Beginn der Filmvorführung am 23.02.2018 im Veranstaltungssaal der VHS Celle anwesend. Mit Informationen über die Veranstaltungsreihe “75 Jahre Auschwitz-Erlass – Kontinuitäten des Rassismus gegen Sinti und Roma”, in deren Zuge auch der heutige Abend stattfindet, eröffnet Enno Stünkel, Leiter der VHS Celle, die Veranstaltung. Anlässlich des 75. Jahrestages des sog. Auschwitz-Erlasses, mit dem die reichsweite Deportation von Sinti und Roma in das KZ Auschwitz angeordnet wurde, behandelt die Reihe neben der Erinnerung an historisches Unrecht insbesondere die Kontinuitäten und die Gegenwart des Rassismus gegen Sinti und Roma.
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Mit diesem Fokus kooperieren an diesem Abend das Roma Antidiscrimination Network (RAN) und die VHS Celle, in deren Räumlichkeiten der Film „The Awakening“ gezeigt und die Ausstellung „Zur Situation abgeschobener Roma in den Westbalkanstaaten“ eröffnet wird. Der anwesende Filmemacher Kenan Emini (RAN) schließt an die Worte Enno Stünkels an und erläutert noch vor Filmbeginn die Hintergründe für dessen Entstehung. Recherchereisen in die Balkanstaaten und osteuropäische Länder zur Aufklärung über die Situation von Roma haben, so Emini, gezeigt, dass der gesamteuropäische Rechtsruck dort noch spürbarer ist, als in westlicheren Ländern Europas. Dies betrifft die Normalisierung rechter Einstellungs- und Handlungsmuster innerhalb der Gesellschaft ebenso wie diskriminierende Strukturen in Verwaltung, Justiz, Polizei und auf dem Arbeitsmarkt. Doch auch in Deutschland habe sich die Situation für Asylbewerber_innen und Geflüchtete spätestens seit der Erklärung der Westbalkanstaaten zu sicheren Herkunftsländern und der Verabschiedung des Asylpakets 2 erheblich verschärft. Der Film liefert gebündelte InforDSC_0589
mationen über die Situation von Roma in Europa sowie deren Bleiberechtskämpfe.
Nach der etwa einstündigen Vorführung des Films nahm das Publikum die Gelegenheit wahr, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Besonders die anwesenden Jugendlichen konnten die gezeigten Ungleichbehandlungen nicht fassen und stellten grundlegende Fragen nach Menschlichkeit und Menschenrechten. Nach einiger Zeit leitete Enno Stünkel die Diskussion in die Eröffnung der Ausstellung über, durch die Kenan Emini mit Erläuterungen zu den Bildern, deren Entstehung und den Schicksalen der abgebildeten Personen führte.
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Die anwesenden Gäste waren weiterhin sehr interessiert und diskutierten während und nach der Führung engagiert über strukturelle Diskriminierung von Roma, den Umgang mit Asylbewerber_innen, die historische Verantwortung Deutschlands für Roma, die Schwere der Lage insbesondere für Kinder sowie auch über potentielle Ansätze zu politischen Veränderungen durch die Kinderrechtskonvention oder eine Kontingentlösung für Roma. Kenan Emini verwies an dieser Stelle auf die online zur Verfügung stehende Petition des Bundes Roma Verbandes, die bisher nur wenige Unterstützer_innen gefunden habe und forderte zur Verbreitung dieser Information auf.

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