ERM Treffen in der Ukraine

DSCN3376Das 2. internationale Treffen des EUROPEAN ROMA MOVEMENT fand Anfang Juni in der Ukraine statt. Junge Roma aus Spanien, Deutschland, Rumänien, Ukraine und Moldawien kamen dort zusammen um sich über die Geschichte der Roma und ihre gegenwärtige Situation in Europa zu informieren und auszutauschen.

Nach wie vor wissen viele Jugendliche kaum über die Ermordung und Verfolgung der Roma insbesondere durch die Nationalsozialisten Bescheid und nach wie vor werden Roma vieler Orts durch Vorurteile an den Rand der Gesellschaft abgedrängt. Insbesondere die Geschichte der Ukrainischen Roma und der Transnistriaregion kennt heute kaum noch jemand.

Allein in Simferopol, der Stadt unseres Treffens, kamen 800 Roma ums Leben als während der Nationalsozialistischen Besatzung dort in einem der größten Kriegsmassaker über 22.000 Bewohner der Stadt aus rassistischen Gründen von deutschen Einsatztruppen ermordet wurden.

In der Ukraine sind Roma so gut wie nicht in Gesellschaft oder Politik sichtbar. Sie leben zurückgezogen und werden in der Öffentlichkeit nur in „traditionellen Berufen“ geduldet, in die sie durch die gesellschaftliche Ausgrenzung beschränkt werden. Offizielle Zählungen geben 50.000 Roma in der Ukraine an. Dabei leben in der Ukraine nach Schätzungen fast bis zu einer halben Million Roma, insbesondere im Süden des Landes.

Deshalb waren wir zusammen in der City von Simferopol, um dort eine Straßenaktion durchzuführen zur Stärkung des Bewusstseins der ukrainischen Bürger gegenüber der Geschichte und Situation der Roma in Europa und für eine öffentliche Wahrnehmung der Roma in der Ukraine. Viele der Passanten waren zunächst verwirrt und erschrocken über unsere Aktion und das selbstsichere Auftreten von Roma aus verschiedenen Ländern in ihrer Stadt. Ein zuvor gemeinsam entwickelter und ins Russische übersetzter Flyer wurde an Passanten verteilt. Mit der Bevölkerung wurden auch Interviews geführt über die Lage der Roma in der Ukraine und ihrer Diskriminierung.

Bei den verschiedenen Workshops in denen die einzelnen Gruppen auch ihre Aktivitäten, Projekte und Kampagnen vorstellten wurde deutlich, dass wir in den verschiedenen Ländern ähnliche Probleme haben und viel voneinander lernen können durch die unterschiedlichen Strategien, die in den verschiedenen Ländern entwickelt wurden.

Die gemeinsame Arbeit an der Webseite www.europeanromamovement.org war ein Bestandteil des Treffens. So konnten wir aktuelle Vertreibungs- und Isolationsaktionen der rumänischen Regierung gegenüber den dort lebenden Roma gemeinsam besprechen und sogleich einen Artikel über diese Vorfälle einschließlich Video auf der Seite veröffentlichen.

Das nächste Treffen, das Anfang August in Polen stattfinden soll wurde bereits gemeinsam geplant. Dort wollen wir eine Zeremonie gestalten, um am 2. August, dem Jahrestag der schließung des sogenannten „Zigeunerlagers“ in Auschwitz und der Ermordung eines Großteils der bis dahin überlebenden Roma und Sinti, dem Genozid an den Roma und Sinti in Europa zu gedenken. Bemerkenswerte war vor diesem Hintergrund noch, dass von allen europäischen Ländern neben Polen nur die Ukraine diesen Gedenktag bis jetzt offiziell anerkannt hat.

Der Flyer mit den sich öffnenden Türen wurde von den Teilnehmern gemeinsam entwickelt, ins Russische (offizielle Sprache in der Krimregion neben Ukrainisch) übersetzt und gedruckt. Bei der Straßenaktion in Simferopol wurde der Flyer von den Passanten gerne angenommen und mit Interesse gelesen. Einige der Passanten waren daraufhin neugierig und fragten nach, oder ließen sich von uns interviewen.

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Das Projekt wird unterstützt von JUGEND IN AKTION

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