Abschiebung: Roma-Großfamilie nach 19 Jahren zurück in den Kosovo gebracht

Siebenköpfige Familie in den Kosovo abgeschoben

Neuenkirchen. Eine siebenköpfige Familie aus Neuenkirchen ist in der Nacht zum Dienstag mit Polizeihilfe aus ihrem Haus am Westfalenring, Ecke Mühlendamm geholt worden, zum Flughafen gefahren und in den Kosovo abgeschoben worden. Das Elternpaar lebte seit 19 Jahren in Deutschland, die Kinder sind im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, das sechste Kind ist unterwegs. Die nicht angekündigte Aktion verantwortet der Kreis Steinfurt als ausführende Behörde.

„Man kann sich nicht vorstellen, wie schrecklich das ist“, sagte Schwester Giselhild vom Sozialbüro St. Anna am Mittwoch auf Anfrage der MV. Sie und drei Mitstreiterinnen sowie Vertreter der Kirchengemeinde hatten sich für die Familie eingesetzt und gegen die drohende Abschiebung protestiert. Noch Ende Oktober hatten sie auf das Elend der ehemaligen Bürgerkriegsflüchtlinge aufmerksam gemacht, sammelten Unterschriften gegen die Abschiebungsgesetze. Kaplan Michael Ehrle hatte in einer Predigt auf die Missstände hingewiesen.

In der Nacht zum 8. Dezember 2009 stand die Polizei vor der Tür einer Familie in Neuenkirchen. Der Vater, die schwangere Mutter und fünf kleine Kinder wurden gezwungen, auf die schnelle einen Koffer zu packen und zu etwa 20 weiteren Kosovaren in einen Bus zu steigen. Mit dem Bus ging es los nach Karlsruhe. Um 10.30 startete dort ein Flugzeug, das die Menschen zurück nach Pristina brachte. Dort ist die Familie vorläufig in einem Container untergebracht.

Begründet wird die Abschiebung mit den Vorstrafen beider Elternteile. Außerdem hatte sich die Familie bereits vor einigen Monaten nach der Ankündigung ihrer bevorstehenden Abschiebung dem Vorgang entzogen. Auch die Härtefallkommission sprach sich gegen einen weiteren Verbleib in Deutschland aus.

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